CFDs, Forex & Futures: Die hochgefährliche Profi-Liga
Wir sind ganz oben angekommen. Auf unserem Risiko-Rendite-Pendel haben wir das solide Fundament (Anleihen, ETFs) längst hinter uns gelassen. Wir haben das klassische Investieren (Aktien) verlassen und auch die komplizierten Bank-Wetten (Zertifikate) überschritten.
Jetzt betreten wir die absolute rote Zone: Das hochspekulative Trading.
Wenn du im Internet Werbung siehst, in der junge Männer vor Sportwagen stehen und dir versprechen, dass du vom Strand aus mit deinem Smartphone in fünf Minuten 500 Euro verdienen kannst, dann geht es fast immer um diese Produkte. Warum das meistens im finanziellen Ruin endet, schauen wir uns jetzt schonungslos an.
Die drei Begriffe kurz erklärt
Damit du weißt, wovon die Rede ist, wenn dir jemand diese Produkte andrehen möchte, hier die kurze Übersetzung aus dem Finanz-Jargon:
1. Forex (Währungshandel)
Forex steht für „Foreign Exchange“. Hier wettest du darauf, wie sich Währungen zueinander entwickeln. Zum Beispiel: Wird der Euro gegenüber dem US-Dollar in den nächsten 10 Minuten steigen oder fallen? Da sich Währungen oft nur um winzige Bruchteile von Cent-Beträgen bewegen, muss man riesige Summen einsetzen, um überhaupt spürbare Gewinne zu machen.
2. Futures (Terminkontrakte)
Ein Future ist ein Vertrag für die Zukunft. Ursprünglich wurden sie für Bauern erfunden: Ein Bauer macht heute mit einem Bäcker einen festen Preis für seine Weizenernte im nächsten Herbst aus. So haben beide Sicherheit. Heute nutzen Spekulanten diese Verträge, um auf die zukünftigen Preise von Öl, Gold oder Aktien zu wetten, ohne diese Dinge jemals wirklich besitzen zu wollen.
3. CFDs (Differenzkontrakte)
CFD steht für „Contract for Difference“. Das ist eine reine Wette zwischen dir und dem Online-Broker. Du kaufst keine echte Aktie und kein echtes Gold. Du wettest lediglich darauf, wie sich der Preis in den nächsten Minuten oder Stunden bewegt. Liegst du richtig, zahlt dir der Broker die Differenz. Liegst du falsch, behält er dein Geld.
Die absolute Todesfalle: Der extreme Hebel
Warum sind diese drei Produkte so unfassbar gefährlich? Weil sie fast immer mit einem gigantischen Hebel (Leverage) gehandelt werden.
Beim Hebel-Trading leihst du dir Geld vom Broker, um mit Summen zu jonglieren, die du eigentlich gar nicht besitzt.
Ein Beispiel: Du hast 100 Euro. Der Broker gibt dir einen Hebel von 1:30. Plötzlich bewegst du an der Börse stolze 3.000 Euro!
Steigt der Kurs nun um ein winziges Prozent, machst du satte Gewinne. Aber: Fällt der Kurs auch nur um einen winzigen Bruchteil in die falsche Richtung, sind deine echten 100 Euro sofort aufgefressen. Deine Position wird automatisch geschlossen (Zwangsverkauf) und dein gesamtes Geld ist unwiderruflich weg.
Bei CFDs und Forex entscheiden oft Sekundenbruchteile über den Totalverlust deines Einsatzes. Das ist kein Investieren mehr, das ist der Besuch im Casino.
Warum sogar der Gesetzgeber eingreifen musste
Das Trading mit diesen Produkten war zeitweise so wild, dass die europäische Finanzaufsicht (ESMA) hart eingreifen musste, um Privatanleger zu schützen.
Die abgeschaffte Nachschusspflicht: Noch vor wenigen Jahren konntest du bei CFDs nicht nur dein eingesetztes Geld verlieren, sondern dich sogar massiv verschulden. Wenn der Markt plötzlich extrem abstürzte, reichten deine 100 Euro nicht mehr aus, um den Hebel-Verlust zu decken. Der Broker forderte dann zehntausende Euro von den Nutzern nach („Nachschusspflicht“). Das trieb viele Familien in den Ruin. Heute ist das für Privatkunden in Europa zum Glück gesetzlich verboten. Du kannst „nur“ noch 100 % deines eingezahlten Geldes verlieren.
Der ehrliche Warnhinweis: Aufgrund der massiven Verluste von Anfängern zwingt der Gesetzgeber die CFD-Broker heute dazu, einen knallharten Warnhinweis auf ihre Webseiten zu drucken. Wenn du die Seiten solcher Anbieter besuchst, wirst du ganz oben (oft klein gedruckt) folgenden Satz lesen:
„70 bis 80 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.“
Das ist keine Übertreibung, das ist die statistische Wahrheit. Die große Mehrheit der Anfänger verliert hier ihr Geld an die Profis und die Broker.
Fazit: Hände weg für den Vermögensaufbau!
CFDs, Forex und Futures sind Werkzeuge für hochspezialisierte Profis, Banken und große Konzerne (die sich damit z. B. gegen Währungsschwankungen absichern). Für 99 % aller Privatanleger haben diese Instrumente absolut keinen Nutzen.
Wer langfristig ein Vermögen für das Alter aufbauen will, wird mit diesen Produkten scheitern.
Du kennst jetzt die Regeln – Lass uns loslegen!
Herzlichen Glückwunsch! Du hast unser komplettes Börsen 1×1 durchlaufen. Du kennst jetzt den Unterschied zwischen dem sicheren Fundament (Anleihen & ETFs), der spannenden Mitte (Aktien) und dem Casino (CFDs & Zertifikate).
Du weißt jetzt alles, um deine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Zeit, aus der Theorie in die Praxis zu wechseln! Im nächsten Schritt zeigen wir dir, wie du die teuren Filialbanken umgehst und dir kostenlos dein erstes eigenes Werkzeug besorgst: das Depot.
