Das erste Depot eröffnen: So findest du den richtigen Broker

Du hast verstanden, was Aktien und ETFs sind, und weißt, dass dein Geld auf dem Girokonto durch die Inflation langsam an Wert verliert. Herzlichen Glückwunsch, damit bist du weiter als die meisten Menschen!

Jetzt fehlt nur noch das richtige Werkzeug, um endlich loszulegen: Das Depot.

Viele Anfänger zögern an genau diesem Punkt. Sie haben Angst, sich bei einer unseriösen Bank anzumelden, in Abo-Fallen zu tappen oder bei der Steuererklärung alles falsch zu machen. Wir können dich beruhigen: Ein Depot zu eröffnen ist heute so einfach und sicher wie das Herunterladen einer neuen App auf dein Smartphone.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, was ein Depot genau ist, warum deine Hausbank meistens die falsche Wahl ist und worauf du bei einem guten Broker-Vergleich achten musst.

Was ist ein Depot überhaupt?

Ein Depot (genauer: Wertpapierdepot) ist im Grunde nichts anderes als ein spezielles Konto.

  • Auf deinem Girokonto liegen Euro und Cent.
  • In deinem Depot liegen deine Wertpapiere (also deine Aktien, ETFs oder Anleihen).

Genauso wenig, wie du eine Aktie anfassen und in deinen Geldbeutel stecken kannst, kannst du sie auf dein Girokonto überweisen. Du brauchst zwingend ein Depot, um an der Börse handeln zu können.

Die Bank oder der Anbieter, der dir dieses Depot zur Verfügung stellt und deine Kaufaufträge an der Börse für dich ausführt, nennt man Broker.

Der größte Anfängerfehler: Der Gang zur Hausbank

Der erste Gedanke vieler Einsteiger ist: „Ich gehe einfach zu meiner Sparkasse, Volksbank oder Postbank, da habe ich ja schon mein Girokonto!“ Das ist zwar bequem, aber meistens extrem teuer. Klassische Filialbanken haben hohe Kosten für Gebäude und Personal. Diese Kosten geben sie direkt an dich weiter.

Oft verlangen Filialbanken:

  1. Eine pauschale Gebühr, nur damit du das Depot überhaupt besitzen darfst (Depotführungsgebühr).
  2. Sehr hohe Gebühren für jeden einzelnen Kauf oder Verkauf (oft 10 bis 20 Euro pro Order).

Die Lösung: Nutze einen sogenannten Online-Broker oder Neobroker (wie Trade Republic, Scalable Capital, ING oder Comdirect). Diese Anbieter wickeln alles digital ab, haben keine teuren Filialen und sind deshalb für dich extrem günstig oder sogar komplett kostenlos.

4 goldene Regeln: Worauf du bei der Broker-Wahl achten musst

Wenn du dir unsere Depot-Vergleiche anschaust, wirst du sehen, dass die besten Anbieter alle vier folgenden Kriterien erfüllen. Wenn ein Broker hier patzt, solltest du dich dort nicht anmelden:

1. 0 Euro Depotführungsgebühr

Dein Depot muss absolut kostenlos sein, solange du es nur besitzt. Es darf keine monatlichen oder jährlichen Pauschalgebühren geben.

2. Kostenlose ETF-Sparpläne

Wie du in unserem ETF-Ratgeber gelernt hast, ist der monatliche Sparplan die beste Waffe für den Vermögensaufbau. Ein guter Broker bietet hunderte ETFs an, die du jeden Monat völlig gebührenfrei besparen kannst.

3. Niedrige Ordergebühren (Kaufkosten)

Wenn du einmalig Aktien oder einen ETF kaufst (außerhalb eines Sparplans), kostet das eine kleine Gebühr (die „Ordergebühr“). Bei modernen Neobrokern liegt diese Gebühr oft bei genau 1 Euro pro Kauf. Mehr solltest du für einfache Aufträge heute nicht mehr bezahlen.

4. Automatische Steuerabführung (Steuereinfachheit)

Dieser Punkt ist enorm wichtig: Wähle für den Anfang unbedingt einen Broker, der seinen Sitz in Deutschland hat. Warum? Wenn du Gewinne an der Börse machst, verlangt der Staat Steuern (die sogenannte Abgeltungssteuer). Ein deutscher Broker führt diese Steuer automatisch und völlig legal für dich an das Finanzamt ab. Du musst dich um absolut nichts kümmern und keine komplizierten Formulare ausfüllen!

In 4 simplen Schritten zum eigenen Depot

Du hast einen passenden Broker gefunden? So läuft die Anmeldung ab (sie dauert in der Regel keine 15 Minuten):

Schritt 1: Registrierung online oder per App Du gibst deine persönlichen Daten (Name, Adresse, Steueridentifikationsnummer) ein und beantwortest ein paar gesetzlich vorgeschriebene Fragen zu deiner bisherigen Erfahrung mit Finanzen (hier darfst du ehrlich sagen, dass du Anfänger bist).

Schritt 2: Die Identität bestätigen Die Bank muss prüfen, ob du wirklich eine echte Person bist. Das geht heute ganz bequem per VideoIdent (ein kurzer Videoanruf mit dem Smartphone, bei dem du deinen Ausweis in die Kamera hältst) oder per PostIdent (du gehst mit einem Zettel und deinem Ausweis in die nächste Postfiliale).

Schritt 3: Das Verrechnungskonto nutzen Zu jedem Depot gehört automatisch ein sogenanntes Verrechnungskonto (ein kleines, oft kostenloses Zwischenkonto). Du überweist nun Geld von deinem normalen Girokonto auf dieses Verrechnungskonto.

Schritt 4: Den ersten Kauf tätigen Sobald das Geld angekommen ist (meist nach 1-2 Tagen), kannst du in der App oder am Computer deinen ersten ETF oder deine erste Aktie kaufen oder deinen monatlichen Sparplan aktivieren.

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